Herren I stehen im Bezirkspokalfinale 2016

Am Donnerstag musste die erste Herren im Bezirkspokalhalbfinale gegen den ASV Neumarkt antreten. Die Aufstellung des Gegners war nach TTR-Punkten teilweise beeindruckend.

Manuel Hofmann TTR 2.063 vs. Thomas Klösel TTR 1.796
Stefan Hofmann TTR 1.711 vs. Jonas Gottsche TTR 1.692
Marco Sommer TTR 1.599 vs. Thurn Markus TTR 1.641

Summe TTR 5.373 TTR 5.129

Somit ergibt sich aus TTR-Gesichtpunkten eine Differenz von 244. Das ist lt. Berechnungsstatuten der TTR Formel eine Gewinnchance von 0%. Tja soviel zur Theorie.

Mit dem Heimvorteil im Rücken starteten wir um 20.00 Uhr mit den ersten Spielen:

Thurn (TTR 1.641) gegen Hofmann Stefan (TTR 1.711) .Ein sehr unangenehmer Gegner mit einem Anti auf der Rückhand. Eigentlich kein Problem aber in diesem Fall sehr effektiv. Bereits mit seinen Aufschlägen konnte er größtenteils direkte Punkte machen. Null Chance an diesen Abend. Er hätte vermutlich noch 100 Aufschläge auf mich machen können und ich hätte sie trotzdem nicht auf den Tisch gebracht. Also ein Spiel zum abhaken.

Klösel (TTR 1.796) gegen Sommer (TTR 1.599). Klare Sache im ersten Satz für Tom mit 11:4. Der zweite Satz ging knapp mit 11:9 an den Gegner. Dann war´s vorbei mit dem „rumgeplänkel“ und Tom hat die Sache kurz und knapp mit 11:6 und 11:7 für sich entschieden.

So 1:1 nach der ersten Runde.

Gottsche Jonas (TTR 1.692) gegen Hofmann Manuel (TTR 2.063). Ein eigentlich aussichtsloses Unterfangen. Satz eins 3:11, Satz zwei 9:11 mit zwischenzeitlicher Führung von 7:4 und Satz drei 5:11. Der Gegner wusste wie man Tischtennis spielt, unendlich viele Varianten eines Aufschlages, sehr effektiv und sicher. Definitiv unterfordert in dieser Liga. Somit 0 Punkte für Eschenbach und 0 TTR Punkte für den Gegner.

Die anwesende Fachprominenz aus der Tischtenniswelt, Mr. Freshwood aus Parkstein, war fasziniert vom Spiel des Gegners. Auch Peppi und Possy haben das Spiel sachlich analysiert, mit dem Ergebnis: „Naja lange Ballwechsel gibt es ja nicht, und eine konstante Leistung kann er auch nicht abrufen!“ Ach nee, so eine Überraschung. Also nochmal zum mitschreiben, wenn Jonas schon im Drehzahlbegrenzer läuft, vergleichen wir das mal mit dem TTR dann läuft der Gegner gerade mal auf Standgas. Der macht einen Aufschlag und weis genau das nun das erste Problem von vielen auf seinen Gegner einschlägt, und da hat er noch nicht mal zum Topspin ausgeholt. Er hat lediglich einen Aufschlag mit und ohne Schnitt an sämtliche Stellen des Tisches gespielt.

Weiter geht´s mit Klösel (TTR 1.796) gegen Hofmann Stefan (TTR 1.711). Klarer erster Satz für den Gegner mit 4:11. Auch Tom hatte bereits mit dem Aufschlag riesen Probleme. In Satz zwei und drei konnte er sich mit super kämpferischer Leistung die Sätze mit 13:11 und 15:13 holen. Im vierten machte er dann alles klar und fegte den Gegner klar mit 11:7 von der Platte. Starke Leistung und ein wichtiger Punkt.

Zwischenstand 2:2, noch.

Thurn (TTR 1.641) gegen Hofmann Manuel (TTR 2.063). Die Aufgabenstellung habe ich vorher bei Jonas bereits eingehend erläutert. Hier gibt keine Kokosnüsse zu holen, lediglich ein paar Eindrücke. Erster klarer Satz für den Gegner mit 11:5 und zwei etwas knappere Sätze mit 11:9 und 12:10. Im dritten Satz hatte ich zwei Satzbälle welche ich leider nicht verwerten konnte. Eigentlich ist das Ergebnis egal, denn ein Sieg wäre schon sehr unrealistisch gegen so einen Gegner.

Gottsche Jonas (TTR 1.692) gegen Sommer (TTR 1.599). Puuh erster Satz klar für den Gegner mit 11:5. Die beiden kennen sich schon aus der Jugend, bereits hier waren knappe Matche an der Tagesordnung. Im zweiten Satz lief es schon runder und Jonas konnte sich in einem starken Satz mit 11:8 durchsetzen. Satz drei war wieder ein vorprogrammiertes Desaster, ich habe zwischenzeitlich mal gefragt wer Jonas nach dem zweiten Satz beraten hat. Schweigen in der Runde. Im vierten Satz konzentrierte sich Jonas wieder auf das wesentliche und fegte den Gegner mit 11:2 vom Tisch. Ohhh weh hoffentlich hebt er jetzt nicht wieder ab. Aber auch Satz fünf den er in letzter Zeit selten bis nie verliert setzte er sich klar mit 11:6 durch. Einfach zu schnell und zu effektiv für seinen Gegner.

So auf geht´s in die letzte Runde mit einem Zwischenstand von 3:3 und den lt. TTR-Werten besseren Chancen für den Gegner. Aber TTR-Werte sind blanke Theorie wie der weitere Spielverlauf belegen sollte.
Klösel (TTR 1.796) gegen Hofmann Manuel (TTR 2.063). Auch hier gibt es nichts nennenswertes zu berichten. Vereinzelt extreme Einzelbälle auf beiden Seiten ließen die Zuschauer staunen, änderten aber nichts an dem Ergebnis. 3:0 für Hofmann.

Der Gegner führte nun mit 4:3

Jetzt müssen es Jonas und ich richten. Auf den Einser ist halt einfach kein Verlass. Hehehe
In diesen beiden Spielen wurde der Hallenboden auf seine maximale Belastungsstufe getestet. Es wurden bereits 10 mm Stahlplatten und den Stuhl unseres Abteilungsleiters montiert damit diese die „Extremrotationen“ abfangen. Wenn wir das nicht gemacht hätten dann hätte er sich bis zum Erdmittelpunkt durchgebohrt.

Zeitgleich lief das Spiel zwischen Gottsche Jonas (TTR 1.692) gegen Hofmann Stefan (TTR 1.711) und Thurn (TTR 1.641) und Sommer (TTR 1.599). In beiden Spielen mussten wir den ersten Satz jeweils an den Gegner abgeben. Jonas hatte ebenfalls Probleme mit der Spielart seines Gegners und musste den Satz mit 7:11 abgeben. Auch mein extrem aggressiv auftretender Gegner konnte den Satz mit 11:7 gewinnen. Der war so richtig „agro“, hab Ihm eigentlich nix getan. Noch nicht da dachte ich mir: „Kannst ja mal ein unangenehm auffallen. Kleine Gesten, Kommentare etc. können einem schon zu platzen bringen. Und immer schön höflich bleiben!“. Im zweiten Satz hab ich Ihn dann mal schnell mit 11:3 von der Platte gefegt, da lief es rund und meine Anfeuerung gefiel ihm nicht wirklich. Dennoch drehte er das Spiel im dritten wieder und gewann klar mit 11:6. Mittlerweile hatte Tom sich seiner Turnschuhe entledigt und gab in seiner charmanten Art und Weise klare Anweisung. Er ist in so einer Situation immer so aufdringlich. Als er das Spielfeld verlassen hatte standen noch zwei dampfende Sockenabdrücke am Hallenboden. Ganz schön hitzig der Kerl. Aber keine Panik hab alles im Griff.

Jonas konnte sich zwischenzeitlich mit 2:1 in Sätzen absetzen. Da ich nicht all zuviel vom Spielverlauf mitbekommen habe kann ich nur das Satzergebnis kommentieren. Die Zuschauer waren bedient, Jonas mit 2:1 vorne ich mit 2:1 hinten. Puuuh.

So Start in den vierten Satz mit klassischer „Thurn-Style-Startautomatik“. 5:1 für den Gegner. Das war der richtige Zeitpunkt für eine Auszeit. Ich dachte mir nur wenn ich das Spiel vergeige bin ich der Arsch der Nation. Dieser Gedanke wurde mir übrigens nach dem Spiel von jedem bestätigt. Nach der Auszeit lief es besser, dennoch 7:4 für den Gegner. So jetzt war Schluss mit lustig und ich musste den einzigen Aufschlag der momentan funktioniert auspacken. Die Rückhand-Seit-Schnitt-Hacke oder was weis ich Aufschlag. Dem Gegner hat´s nicht gefallen und musste dann den Satz mit 11:8 abgeben. So, alles im Lot dachte ich mir, 2:2 in Sätzen und bei Jonas? Er musste den vierten Satz klar mit 11:6 an den Gegner abgeben. Auch bei Jonas stand es nun 2:2 in Sätzen. Dieter hat den Erdbohrer bereits angeworfen und drehte sich schwindelig. Das war ein Donnerstag Abend Krimi. James-Bond konnte an diesem Abend einpacken.

Auch im fünften Satz konnte ich gegen Sommer den Deckel draufmachen. Der war nach dem vierten Satz bedient und ich habe klar mit 11:8 gewonnen. So was ist jetzt mit Jonas. Wie bereits erwähnt verliert er momentan selten bis nie einen fünften Satz. Null Chance für seinen Gegner. Spitzentischtennis gepaart aus Intelligenz (kommt bei einem Studenten selten vor) und Schnelligkeit sorgten für einen klaren 11:4 Satzsieg.

Wahnsinn wir haben es tatsächlich geschafft. 5:4 gegen einen mächtigen Gegner und das Ticket für das Bezirkspokalfinale am 21.02.2016 in Wernberg. Danke an die vielen Zuschauer, war ein echt geiler Abend.

Viele haben nicht an diesen Sieg geglaubt, ich hätte dafür auch nichts unterschrieben, aber wie man sieht schreibt Tischtennis seine eigenen Regeln. TTR-Wert hin oder her. Ist halt nur ne Statistik!


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